Cybercrime: Bedeutet der Trend „Smart Home“ eine Gefahr für persönliche Daten?

 

In zahlreichen Haushalten gehören Smart-Home-Lösungen mittlerweile zum festen Inventar. Das Internet of Things – kurz IoT – verknüpft verschiedene „intelligente“ elektronische Geräte miteinander: Thermometer, Lichtschalter, interaktives Spielzeug und Sprachassistenten bilden ein solches Smart-Home-Netzwerk. Eine App auf dem Smartphone oder anderen mobilen Endgeräten steuert alle verbundenen Geräte. Das Ziel: Wohn- und Lebensqualität verbessern, Sicherheit erhöhen und Energie effizienter nutzen. In der Tat lassen sich immer mehr alltägliche Dinge mithilfe der intelligenten Helfer steuern. Die beziehen ihre Intelligenz aus dem Sammeln und Auswerten von Informationen. Und das bedeutet: Je mehr wir Smart-Home-Technologien nutzen, desto mehr persönliche Daten geben wir preis.

Unzählige Möglichkeiten…

Smart-Home-Lösungen haben zahlreiche Vorteile: Sie erhöhen zum einen den Komfort im eigenen Zuhause und machen den Nutzer mobiler und unabhängiger. Zum anderen tragen Sie dazu bei, unnötige Kosten zu senken, beziehungsweise zu vermeiden. Wie das geht? Die intelligenten Systeme speichern Daten und werten diese aus. Auf dieser Grundlage zeigen sie beispielsweise, wann Wäsche waschen mit Nachtstrom am günstigsten ist oder wie Zeitschalter unnötiges Heizen verhindern. Mit dem Internet verbundenes Smart Home erlaubt noch umfassendere Kontrolle und Steuerung: Zum Beispiel können Sie von unterwegs Heizungen aufdrehen oder die Videoaufnahmen der Türkamera einsehen.

Die NDR-Dokumentation "Wir hacken Deutschland" zu Smart Home

Die NDR-Dokumentation "Wir hacken Deutschland" zeigt Potential & Gefahren von Smart Home 

… aber auch Gefahren

Diese verlockenden Funktionen verwenden Kriminelle gegen Smart-Home-Nutzer. Die Kopplung ans Internet bedeutet für Hacker einen Angriffskanal. Gelingt es ihnen, das Smart Home – oder seine Steuerzentrale – zu infiltrieren, haben sie freien Zugriff auf die Daten aller gekoppelten Geräte. Persönliche Daten, Kontozugänge und Passwörter liegen dann offen. Verschlüsselte Router-WLANs und komplexe Passwörter gewährleisten einen sichereren Datenaustausch.

Darren Cauthons smarter TV wurde gehackt: Er staunte nicht schlecht, als beim Einschalten des Fernsehers ein offizielles Schreiben des Federal Bureau of Investigation (FBI) auf dem Bildschirm erschien. Das Schreiben verkündete, der Fernseher sei gesperrt. Cauthon sollte 500 Euro zahlen, um ihn freizuschalten. Auf seinem Fernseher hatte er wohl eine infizierte App installiert. Nur indem er den TV mit Hilfe des Herstellers auf die Werkseinstellungen zurücksetzte, wurde Cauthon die Ransomware los.

Darren Cauthon hat Erfahrung mit gehackten Smart-Home-Geräten

Screenshots aus Darren Cauthons Twitter-Feed

Wie sicher sind meine Daten im Smart Home?

Aktuell existieren noch keine Standards in puncto Datensicherheit, die alle Smart-Home-Anwendungen nutzen. Entsprechende Informationen finden sich in den Datenschutzrichtlinien der Anbieter. Sie sollten sich dessen bewusst sein, dass jedes Gerät potenziell fähig ist, persönliche Daten über den Wohnbereich seiner Nutzer zu sammeln. In eben diesem Sammeln und Auswerten liegt seine Intelligenz begründet. Beunruhigend ist, dass sich in den Datenschutzrichtlinien der Anwendungen in Bezug auf Speicherung und Nutzung der Daten häufig der Zusatz „aber nicht beschränkt auf“ findet. Unabhängig vom Risiko des Datenklaus sollte sich jeder Einzelne ständig die Frage stellen:

Welche Daten will ich wem, wann preisgeben?

Sind Ihre Daten ungewollt in die Hände Fremder geraten, kann Ihnen der INTER CyberGuard helfen:

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