Cybercrime: Diese Plattformen dienen als Marktplatz für Datendiebe

 

Wer sich orientieren möchte, wer allgemeine Informationen zu einem Thema sucht oder auch Kontakt zu anderen Menschen, nutzt heute eine entsprechende Plattform. AirBnB, Google und Facebook sind dabei nur einige der bekannteren Exemplare, daneben existieren unzählige weitere – für den Mainstream genauso wie für spezielle Interessen und Gruppierungen aller Art. Ähnlich wie Flughäfen, Hauptbahnhöfe und Innenstädte ziehen solche belebten und bevölkerten Plätze nicht nur unbescholtene Menschen mit lauteren Absichten an, sondern auch das exakte Gegenteil. Inzwischen bilden Cyberkriminelle sogar ihre eigenen Plattformen.

Wo viel los ist, ergeben sich viele Gelegenheiten. Und die machen bekanntlich Diebe. Das gilt auch für das Internet. So werden Online-Plattformen derzeit immer stärker zu kriminellen Zwecken missbraucht. Hier können Betrügereien mit nichtexistenten Gütern ebenso stattfinden wie Datendiebstahl; Accounts werden gehackt und Malware wird verbreitet – und auch zur Geldwäsche setzen organisierte Verbrecher die verkehrsreichen Internet-Plätze ein.

Cybercrime ist lukrativ

Ganze 1,5 Billionen US-Dollar und mehr sollen Cybercrime-Aktivitäten – auch auf Plattformen – nach Expertenschätzung im Jahr 2018 erwirtschaften. Manche setzten die Dunkelziffer sogar noch wesentlich höher an. Sogar die einzelnen Bereiche lassen sich grob quantifizieren: Von 500 Milliarden Dollar durch Identitätsdiebstahl bis zu einer Milliarde durch Erpresser-Software reicht die Palette.

Den größten Posten macht indes mit über 800 Milliarden Dollar der illegale Handel aus – und der sucht sich zunehmend seine eigenen Markplätze: spezielle Cybercrime-Plattformen. Auch sie funktionieren nach dem Prinzip des so genannten „Plattform-Kapitalismus“, der in seiner Vermittlerrolle zwischen Nachfrager und Anbieter die legale Internet-Sphäre dominiert. In den illegalen Bereichen des Netzes läuft es nicht anders: Auch hier finden Suchende und Bietende zusammen und sorgen für ein blühendes Business mit allem, was die Polizei nicht sehen soll.

Geklaute Identitäten und „Cybercrime-as-a-Service“

Tatsächlich gibt es eigene Plattformen etwa für den Verkauf ergaunerter Daten. Hier wechseln nicht nur persönliche, kompromittierte Informationen den Besitzer, sondern die Handelnden betreiben eine durchaus marktwirtschaftliche Preisbildungspolitik. So gelten einzelne Datenfragmente derzeit als erschwinglich, während komplette Identitäten für ein kleines Vermögen den Besitzer wechseln.

Eine andere Variante ist eine Plattform für Dienstleistungen im Sinne von „Cybercrime-as-a-Service“. Solche Plattformen können gut und gerne mehrere hunderttausend registrierte Nutzer haben, die sich hier das erforderliche Know-how für eine geplante Attacke holen - oder diese gleich vollständig von einem Dienstleister erledigen lassen. Die Preise sind ebenfalls gestaffelt und marktwirtschaftlich definiert. Einen DDoS- (Distributed Denial of Service) Angriff gibt es für knapp 15 Euro – ein echtes Schnäppchen! Maßgefertigte Spyware kostet knapp 200 Euro, ein Malware Exploit Kit bis zu 650 Euro.

Kriminelle Plattformen für alle sichtbar

Dabei kommt es auch in diesem Jahr immer wieder zum Räuber- und Gendarm-Spiel zwischen Betreibern und Behörden, wie die zu Beginn des Jahres aufgeflogenen Plattformen Ovidly Stealer und Hackshit zeigen. Beide Plattformen waren dabei nicht in den Tiefen des Darknets versteckt. Hackshit hatte gar Profile auf Facebook, Twitter, Instagram und YouTube.

Solche Plattformen führen natürlich zu einer enormen Ertragssteigerung auf der dunklen Seite des Netzes. Verdient ein professioneller Hacker vielleicht um die 30.000 Dollar im Jahr, kommt ein Plattform-Manager auf viel größere Summen: Mit dem „Verkauf“ von Kriminalität lässt sich offensichtlich wesentlich mehr Geld verdienen als mit dem Verbrechen selbst.

Einzige Option: eigenen Schutz verbessern

Der gewöhnliche Nutzer hat auf diese Entwicklung wenig Einfluss. Aber er hat die Verpflichtung, sich noch besser zu schützen: aktiv durch geeignete Schutzsoftware und umsichtiges Verhalten sowie passiv durch eine kluge Schadensbegrenzung wie eine entsprechende Versicherung, wenn der Fall der Fälle eingetreten sein sollte und plötzlich die eigenen Daten auf einer Plattform gehandelt werden – Mengenrabatt inklusive.

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