Cybercrime: Eine Chronologie kurioser Fälle, Teil 2

 

In Teil 1 unserer Chronologie kurioser Cybercrime-Fälle gabe es virale Liebesgrüße aus Südostasien, eine Hacker-Jagd um den Globus und den ersten Fall von Cybercrime der Geschichte. In Teil 2 nimmt es ein 15-Jähriger mit Amazon &  Co. auf, stellt eine Hacker-Gruppe Nutzer eines Fremdgeh-Portals bloß und verfehlen Cyber-Kriminelle die angestrebte Milliardenbeute aufgrund eines Rechtschreibfehlers.

Vom Prahlen und Scheitern

Im Februar 2000 attackierte der 15-jährige Schüler Michael Demon Calce aus Montreal, alias „Mafiaboy“, die Internetseiten von Großkonzernen wie Amazon, Yahoo, Fifa, Dell oder CNN. Er verwendete dafür sogenannte Denial-of-Service-Attacken, die Online-Dienste gezielt nicht verfügbar machen, und bediente sich der Computersysteme der Universitäten von Stanford und Kalifornien. Er verursachte laut WIRED US einen finanziellen Schaden von zirka 7,5 Millionen Dollar. Dummerweise prahlte er in diversen Chats mit seinen kriminellen Taten und wurde überführt. Auch nach seiner Entlarvung zeigte er wenig Reue. Das kanadische Jugendgericht verurteilte ihn zu einer kleinen Geldstrafe, acht Monaten offenem Vollzug und eingeschränktem Internetzugang für ein Jahr.

Hacker versus Microsoft

2001 entwickelte Beale Screamer ein Programm, das Microsofts Kopierschutz für Musik- und Videodateien weitgehend aufhob. Kurz darauf verkündete der Hacker der Öffentlichkeit, er wolle auf diese Weise der Musik- und Filmindustrie eine Botschaft schicken. Seiner Meinung nach definiere die Industrie den rechtlichen Rahmen im Umgang mit den digitalen Medien zu einseitig und mache die Konsumenten zu „rechtlosen Goldeseln für die Großkonzerne“. Bis heute wurde seine Identität nicht enthüllt.

Beim Fremdgehen ertappt

Im Juli 2015 hackte die Impact Group die Website eines Onlineportals für Seitensprünge namens Ashley Madison. Die Gruppe stahl 37 Millionen Datensätze und veröffentlichte viele davon mitsamt Benutzerdaten und Telefonnummern im Darknet – Die Betreiber des Onlineportals zweifelten die Echtheit der Daten allerdings an.

Der Cyber-Banküberfall und der Rechtschreibfehler

2016 stahlen unbekannte Hacker bei einem Cyber-Banküberfall auf die Zentralbank von Bangladesch 81 Millionen Dollar. Sie veranlassten mithilfe von Mitarbeiter-Anmeldedaten Überweisungen bei der Federal Reserve Bank of New York. Normalerweise werden so hohe Transaktionen als auffällig kontrolliert. Erst die Verwendung valider Mitarbeiter-Anmeldedaten ermöglichte den Diebstahl dieser enormen Summe. Das eigentlich Kuriose an der Geschichte: Ein Rechtschreibfehler verhinderte, dass die Cyber-Diebe die ursprünglich anvisierte Milliarde stehlen konnten. Beispielsweise stoppte die Deutsche Bank eine Transaktion, deren Empfänger Shalika ‘Fandation’ statt Shalika ‘Foundation’ war.

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