Fake Shops: Auch Amazon schlägt Alarm

 

Amazon ist überfordert, die seriösen Händler des Marketplace sind frustriert und die Kunden verunsichert: Täglich tauchen auf den Seiten des Online-Kaufhauses neue Fake Shops auf.

Amazon ist das größte Kaufhaus der Welt. Allein im Jahr 2016 setzte der Onlinehändler in Deutschland 14,1 Milliarden US-Dollar um; ein Plus von knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wird bereits fast ein Drittel des gesamten deutschen Online-Handelsumsatzes von Amazon erwirtschaftet. Spannend dabei: Wachstumstreiber sind besonders die externen Händler, die ihre Waren über den Amazon Marketplace feilbieten. Schätzungen zufolge belief sich der weltweite Umsatz aus Verkäufen durch Amazon selbst 2016 auf rund 91 Milliarden Dollar; der Händler-Umsatz auf stolze 123 Milliarden. Bereits im vergangenen Jahr waren auf Amazon.de rund 55.000 Händler registriert – Tendenz steigend.

Die Fake-Shop-Masche

Dass E-Commerce boomt, haben jedoch nicht nur die Händler verstanden, sondern auch die Internetbetrüger. Sie machen sich die Popularität und Seriosität von Amazon zunutze, um eigene Produkte zu platzieren. Häufig sind es Elektroartikel wie TV-Geräte, Smartphones oder Computer, die die Käufer mit Schnäppchenpreisen locken. Ebenfalls beliebt sind Artikel, die aufgrund der aktuellen Nachfrage bei Amazon selbst kaum noch zu haben sind. Die Masche ist dabei immer die gleiche: Das Geld wird überwiesen, doch das bestellte Produkt wird niemals geliefert, und vom Verkäufer kommt auch nach mehrmaliger Aufforderung keinerlei Reaktion.

Virtuelle Produkte, realer Verlust

Um zu ihrem Ziel zu kommen, gibt es für die Betrüger zwei Möglichkeiten – Sie eröffnen entweder selbst einen Shop oder sie kapern einen bereits vorhandenen. Im ersten Fall wird ein sogenannter Fake Shop eröffnet, d. h. ein fiktiver Onlineshop, der nur virtuell existiert. Entscheiden Sie sich dann für einen Artikel aus einem solchen Fake Shop, werden Sie meist zu einer für Amazon unüblichen Kontaktaufnahme aufgefordert: Über Verlinkungen wie „Kontaktieren Sie mich“ werden Sie auf eine andere Webseite weitergeleitet, um den Kauf zu bestätigen. Im Anschluss erhalten Sie eine Mail mit weiteren Anweisungen zur Bezahlung. Meist soll das Geld mittels Paypal, Paysafe, Western Union oder vergleichbaren Diensten überwiesen werden.

Wenn Händler gehackt werden

Für die vergangenen Monate vermeldet Amazon jedoch besonders hinsichtlich der zweiten Betrugsmasche eine besorgniserregende Zunahme: Immer mehr bestehende Händler-Konten werden gehackt und von Betrügern übernommen, die eigene Artikel einstellen. Damit der Schwindel nicht allzu schnell auffällt, werden vor allem Konten gekapert, die zwar noch aktiv sind, jedoch seit Längerem keine Bewertung mehr erhalten haben. In einem solchen Fall können die Betrüger davon ausgehen, dass der eigentliche Verkäufer aktuell nicht besonders umtriebig ist und die Übernahme deshalb nicht sofort bemerkt und meldet. Der zweite Vorteil aus Sicht der Kriminellen: Die teils vor Jahren gesammelten Bewertungen erwecken bei den potentiellen Käufern den Anschein von Vertrauenswürdigkeit.

Fake Shops erkennen

Immer mehr Käufer gehen mittlerweile auf Nummer sicher und wählen nur noch Amazon-Angebote, Prime-Artikel oder ihnen bekannte Shops aus. Wer jedoch weiterhin die ganze Vielfalt der Händler-Seiten auf Amazon.de nutzen möchte, sollte in jedem Fall genau hinschauen. Es ist Vorsicht geboten, wenn nur negative oder alte Bewertungen zu finden sind und wenn eine Verkaufshistorie, ein Impressum sowie Rücksende- und Erstattungsrichtlinien fehlen. Ein weiteres Indiz für einen Fake Shop ist eine auffällig breite Produktpalette des Verkäufers – vom Schmuck über die Videokamera bis zur Software-Lizenz. Und schließlich ist es der Preis, der einen deutlichen Hinweis auf einen Fake Shop gibt: Im Regelfall werden teure Produkte weit unter dem tatsächlichen Marktpreis angeboten.

Setzen Sie sich zur Wehr!

Für Kunden und Händler sind die unzähligen Fake Shops mehr als nur ein Ärgernis. Letztere klagen bereits über spürbare Umsatzeinbußen – vor allem, weil die Flut der falschen, vermeintlich günstigen Produkte dazu führt, dass die richtigen Angebote gar nicht mehr gefunden werden. Hinzu kommt, dass die Händler nichts weiter tun können, als Amazon das Problem zu melden; doch die Reaktion des Online-Riesen erfolgt oft spät oder gar nicht. Da täglich neue Fake Shops auftauchen, kommt Amazon schlichtweg nicht mehr hinterher, gegen diese vorzugehen.

Wenn Sie als Käufer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auf einen Fake Shop hereingefallen sind, lohnt es sich in jedem Fall gegen die Betrüger vorzugehen. Wurde das Geld bereits per Vorkasse überwiesen, versuchen Sie über Ihre Bank die bereits getätigte Überweisung zu stoppen. Leiten Sie im zweiten Schritt per Mahnbescheid ein Mahnverfahren ein, verklagen Sie den Händler auf Amazon oder erstatten Sie direkt Anzeige bei der Polizei. Um zivilrechtliche Schritte einzuleiten, können Sie auch einen Anwalt hinzuziehen. Problematisch dabei ist jedoch, dass die Täter meist im Ausland sitzen und deshalb von den Behörden kaum gefasst werden können. Mit Glück erhalten Sie über die Amazon.de A-bis-z-Garantie Ihr Geld zurück; wer jedoch ganz sicher sein will, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, kommt um eine Versicherung nicht herum. Als Rundumschutz gegen Cybercrime deckt beispielsweise der INTER CyberGuard finanzielle Schäden durch Fake Shops – in Abhängigkeit vom Tarif – bis 10.000 bzw. 15.000 Euro ab.

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